„Bin ich hier richtig? Ich habe Fragen zur Existenzgründung …?“ – „Bei mir stagniert gerade der Kundenstamm, kann ich mit Ihnen darüber sprechen?“ – „Ich habe Post vom Finanzamt bekommen – und jetzt?“

So oder ähnlich beginnen viele Gespräche in der Betriebsberatung. Manchmal mit einer klaren Frage. Manchmal mit einem hörbaren Seufzer. Und gelegentlich auch mit dem Satz: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“

Seit vielen Jahren arbeite ich in Kooperation mit verschiedenen Berufsverbänden – unter anderem mit dem Feldenkrais Verband Deutschland e.V., dem Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie e.V. (DFKGT) sowie Iyengar Yoga Deutschland e. V. Mehr zu meinen Kooperationen und Netzwerken finden Sie hier.

Dieses Angebot meiner Kooperation deckt mein Portfolio in allerbestem Sinn ab. In der Zusammenarbeit ist die durchweg telefonische Betriebsberatung der sozusagen kürzeste Dienstweg, wenn Sie Mitglied in einem der o.g. Fach-Verbände oder Organisationen sind. Im Tagesgeschäft biete ich diese Dienstleistung selbstverständlich auch an. So, genug der Werbung an dieser Stelle.

20 Minuten Betriebsberatung: effektiv und effizient!

Die Zusammenarbeit funktioniert ganz unkompliziert: Mitglieder können in einem festgelegten Zeitfenster anrufen und erhalten etwa 20 Minuten Raum für betriebswirtschaftliche Fragen. Und erstaunlich oft passen in diese Zeit deutlich mehr Gedanken hinein als zunächst angenommen.

Denn Betriebsberatung bedeutet nicht nur: „Wie fülle ich dieses Formular aus?“ Sondern auch: „Was ist eigentlich gerade mein wirkliches Thema?“, „Wo blockiere ich mich selbst?“ oder auch „Und welcher nächste Schritt wäre realistisch – statt perfekt?“

Diese Gespräche sind immer lösungsorientiert, zugewandt und praktisch. Gleichzeitig entsteht häufig ein Denkraum, in dem neue Perspektiven sichtbar werden. Nicht selten zeigt sich hinter einer scheinbar sachlichen Frage noch ein ganz anderes Thema: Unsicherheit, Überforderung, Entscheidungsdruck oder der Wunsch nach einer klareren beruflichen Identität.

Und genau dafür darf Betriebsberatung auch da sein.

Themen und Anlässe für Betriebsberatung

Startphase: zwischen Aufbruch und Formularen.

Ist eine gute Ausbildung oder Fortbildung abgeschlossen, entsteht oft schnell die Idee, sich mit genau diesem Thema selbständig zu machen.

Das Herz schlägt für eine Methode, für Yoga, Körperarbeit, Kunsttherapie oder Coaching. Vieles entwickelt zunächst eine schöne Eigendynamik. Und dann taucht plötzlich die Realität auf – meistens in Form eines Steuerfragebogens oder einer Krankenkasse mit vielen Fragen und wenig Humor.

Dann geht es unter anderem schnell um trockene administrative Themen:

  • Anmeldung der Selbständigkeit als Gewerbe oder freier Beruf
  • Auswirkungen auf Krankenversicherung und Rentenversicherung bei neben- oder hauptberuflicher Selbständigkeit
  • Einkommensteuer und steuerliche Pflichten
  • Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung
  • Sinnvolle Versicherungen für die jeweilige Tätigkeit

Gerade in Gesundheits- und Kreativberufen bewegen sich viele Tätigkeiten an der Grenze zur Heilkunde. Deshalb ist häufig wichtig zu klären:

  • Was darf ich anbieten?
  • Welche Bezeichnungen darf ich verwenden?
  • Und wann brauche ich beispielsweise eine Heilpraktiker-Erlaubnis?

Besonders intensiv werden diese Fragen oft bei Kunsttherapeut*innen diskutiert. Denn nur weil „Therapie“ im Berufstitel vorkommt, bedeutet das nicht automatisch eine Heilerlaubnis. Dann wird es plötzlich sehr grundsätzlich:

  • Welche Kunsttherapeut*in möchte ich eigentlich sein?
  • Kreative Begleiter*in?
  • Coach mit kunsttherapeutischen Methoden?
  • Künstlerisch arbeitende Pädagog*in?
  • Heilpraktiker*in für Psychotherapie mit kunsttherapeutischem Schwerpunkt?

Und manchmal merkt mein Gegenüber, die Unternehmer*in, mitten im Gespräch: „Ah! Es geht gar nicht nur um meine Website. Es geht um meine Positionierung.“

Das passiert häufiger als gedacht.

Aufbauphase: wenn das Business läuft – aber Fragen bleiben.

Viele Unternehmer*innen kommen nicht in der Gründungsphase, sondern erst einige Jahre später in die Betriebsberatung. Das Business existiert, erste Erfahrungen sind gemacht. Und trotzdem entstehen neue Unsicherheiten.

Ganz typische Baustellen sind:

  • Wachstum, Neuausrichtung und Positionierung,
  • Unsicherheit bei Preisen oder Angeboten,
  • Fragen zur passenden Zielgruppe,
  • Einschätzung von Kooperationsangeboten,
  • Überforderung durch Bürokratie und Verwaltungsaufgaben,
  • Marketingstrategien und Sichtbarkeit oder auch
  • die eigene Rolle als Unternehmerin.

Besonders häufig höre ich dann Sätze wie: „Eigentlich arbeite ich gerne mit Menschen. Aber inzwischen arbeite ich gefühlt hauptsächlich mit der Technik, oder verbringe viel zu viel Zeit mit organisatorischen und administrativen Abläufen.“

Oder: „Ich weiß, dass ich zu günstig bin. Aber sobald ich meine Preise erhöhen will, bekomme ich Schnappatmung.“

Auch das gehört zum Unternehmer*innen-Dasein dazu.

Denn Selbständigkeit bedeutet nicht nur Fachkompetenz. Sie verlangt Entscheidungen, Prioritäten und manchmal auch die Fähigkeit, freundlich und bestimmt „Nein“ zu sagen – zu schlechten Kooperationen, unrealistischen Preisen oder dem zehnten kostenlosen Kennenlernkaffee.

Veränderungsphase: wenn etwas Neues entstehen will.

Veränderung gehört zu jeder Selbständigkeit dazu. Manchmal freiwillig. Manchmal ungefragt. Ein häufiger Anlass in der Betriebsberatung ist die Übergabe einer Praxis oder eines Studios.

Wie wird ein realistischer Übergabepreis ermittelt? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Was sollte frühzeitig geklärt werden?

Die Fragen kommen sowohl von denjenigen, die übergeben möchten, als auch von Kolleg*innen, die überlegen einzusteigen, um (langfristig) zu übernehmen.

In der Betriebsberatung geht es dabei zunächst um Orientierung und erste Einschätzungen. Manche Übergabeprozesse entwickeln sich später zu einem intensiveren Coachingprozess.

Auch der Übergang in den Rentenbezug ist ein wichtiges Thema:

  • Wie viel Selbständigkeit möchte ich weiterhin?
  • Welche Einnahmen brauche ich zusätzlich zur Rente?
  • Welche Auswirkungen hat das auf Kranken- und Sozialversicherung?
  • Und manchmal steckt hinter diesen Fragen noch etwas anderes:
    Wie möchte ich eigentlich künftig leben und arbeiten?

Was Betriebsberatung leistet – und was auch nicht.

In kurzer Zeit lassen sich oft erstaunlich viele Informationen sortieren und erste Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Die Gespräche schaffen Struktur, ordnen Gedanken und machen Optionen sichtbar. Betriebsberatung liefert jedoch keine fertigen Patentlösungen. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt immer bei der Unternehmerin selbst.

Und das ist auch gut so.

Denn tragfähige Entscheidungen entstehen selten dadurch, dass jemand von außen sagt: „Sie müssen einfach nur …“

Betriebsberatung grenzt sich klar von Rechtsberatung und Steuerberatung ab.
Bei rechtlich bindenden Themen – etwa Vertragsgestaltung oder rechtlichen Fragen zur Website – ist eine anwaltliche Beratung sinnvoll. Steuerrechtliche Konflikte gehören in die Hände eines Steuerbüros.

Oft hilft die Betriebsberatung dabei, zunächst die passende Strategie zu entwickeln: Worum geht es eigentlich genau? Welche Optionen gibt es? Was sollte zuerst geklärt werden?

Ein typisches Beispiel aus meiner Praxis:

Das Finanzamt fordert eine Erklärung zur Gewinnerzielungsabsicht an, weil über mehrere Jahre Verluste angegeben wurden. Gerade in der Anfangsphase passiert das schnell – etwa durch hohe Ausbildungskosten oder langsamen Geschäftsaufbau.

Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein: Krankheit, Pflege von Angehörigen, Schwangerschaft, berufliche Neuorientierung oder schlicht die Tatsache, dass ein Business manchmal langsamer wächst als ursprünglich geplant.

Dann braucht es vor allem: eine gute Einordnung, eine nachvollziehbare Argumentation und einen realistischen nächsten Schritt. Meine Rolle dabei ist es, praxisnah zu informieren, mögliche Optionen aufzuzeigen und Orientierung zu geben. Den weiteren Weg entscheidet die Unternehmerin selbst, selbstverständlich.

Ziele eines ersten Gesprächs in der Betriebsberatung

Ein erstes Gespräch muss nicht alles lösen. Es darf vor allem eines: Klarheit schaffen. Oft geht es zunächst darum:

  1. Anliegen und Gedanken zu sortieren
  2. Basisinformationen zu vermitteln
  3. Dringlichkeiten zu erkennen
  4. erste Hypothesen zu entwickeln

Und manchmal ist schon die „kleine“ Erkenntnis entlastend, gar nicht alles gleichzeitig anzugehen oder gar zu lösen.

Diese Gespräche sind bewusst niedrigschwellig angelegt. Ohne das Gefühl, sofort ein großes Beratungsprogramm buchen zu müssen. Sie sehen, manchmal reichen bereits 20 Minuten, um wieder handlungsfähig zu werden.

Orientierungshilfen für die nächsten Schritte

Viele Unternehmer*innen kommen mit dem Gefühl in die Beratung, gleichzeitig an zwölf Baustellen arbeiten zu müssen.

Die gute Nachricht: Das ist selten nötig!

Deshalb geht es im Gespräch oft um sehr praktische Fragen zum nächsten machbaren Schritt, was wirklich Priorität hat, welche Themen auch erstmal warten dürfen, welche Ressourcen bereits vorhanden sind und welche konkreten Optionen es gibt.

Denn Veränderung entsteht selten durch riesige Sprünge. Häufig entsteht sie durch einen klaren Fokus und einen sinnvollen nächsten Schritt.

Oder etwas freundlicher formuliert: Niemand muss gleichzeitig die Website neu machen, die Buchhaltung sortieren, die Positionierung schärfen, Instagram verstehen und endlich den Ablageordner „Sonstiges wirklich dringend“ bearbeiten.

Ein Thema nach dem anderen hilft meistens mehr. Step by Step.

H2 Für wen ist Betriebsberatung besonders sinnvoll?

Betriebsberatung ist immer dann besonders hilfreich, wenn es Fragen zur Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts gibt. Das betrifft insbesondere

  • Solo-Selbständige
  • Frauen in Gesundheits-, Sozial- und Kreativberufen
  • Menschen in beruflichen Übergängen
  • Gründer*innen in der Startphase
  • Unternehmer*innen in Wachstums- oder Veränderungsprozessen
  • Selbständige, die sich zwischen Alltag, Verantwortung und Bürokratie manchmal etwas verloren fühlen

Kurz gesagt: Alle Menschen, die ihre Selbständigkeit nicht nur „irgendwie schaffen“, sondern bewusst gestalten möchten. Wenn Sie Mitglied in einer der o.g. Verbände sind, können Sie die Betriebsberatung kostenfrei über die Telefon-Hotline kurz und klärend in Anspruch nehmen. Wenn dem nicht so ist, können Sie mich selbstverständlich ansprechen für Termine online oder in Präsenz – als Dienstleistung mit Honorar.

Fazit: Klarheit entsteht im Gespräch

Selbständigkeit bringt Freiheit mit sich. Und Fragen. Viele Fragen.

Betriebsberatung kann helfen, Gedanken zu sortieren, Prioritäten zu erkennen und nächste Schritte realistischer einzuschätzen.

Nicht mit perfekten Patentlösungen. Sondern mit Klarheit, Struktur und einem Blick auf das, was wirklich sinnvoll und machbar ist.

Denn meistens braucht es nicht den einen großen Sprung. Sondern den nächsten guten Schritt.

Wenn Sie ein Anliegen sortieren möchten oder eine erste Orientierung suchen, freue ich mich auf ein Gespräch.

Herzliche Grüße aus Düsseldorf-Oberbilk
Ihre und Eure Petra Welz

(Bildquelle: eigenes Material)